
Räume erleben
Rot, Grün, Gelb oder Blau – welche Farbe soll es denn sein? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wie man die richtige Innenraumfarbe für Böden und Wände findet, die wirklich zu einem passt.
Von Urs Huebscher
Wenn wir einen Raum betreten, dann nehmen wir als erstes die Farben wahr und erst danach die Formen von Möbeln, Teppichen oder Fensterrahmen. Farbe hat sozusagen eine Sofortwirkung auf den Betrachter und ist verantwortlich dafür, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen oder nicht. Je nach Farbe werden unterschiedliche Stimmungen erzeugt, aber nicht jeder Mensch reagiert gleich. Die Wahl der Innenraumfarbe hängt stark vom persönlichen Geschmack ab, trotzdem nehmen auch aktuelle Modetrends, architektonische Gegebenheiten und geführter Lebensstil darauf Einfluss.
Farben sind sehr unterschiedlich in ihrer Wirkung. Erfrischend, kühl, wild, warm und vieles mehr kann eine Raumfarbe sein, welche die Atmosphäre ausmacht. Doch wie soll die persönliche Raumgestaltung aussehen? «Jeder Mensch kennt sich am besten, je besser er seine Ideen darstellt, desto besser können diese umgesetzt werden. Welches ist seine Lieblingsfarbe oder Bildmotiv? Das Leben ist bunt und Farbe, Verpackungen, Kataloge, etc. können verwendet werden um die Raumfarbe oder ein Wandbild zu bestimmen, sammeln Sie also alles was Ihnen gefällt oder machen Sie ein Foto davon,» meint beispielsweise Bernhard Winkler, Airbrush Malerei.
Blau ist kalt, Rot warm und Gelb heiter
Was den einen erfreut, missfällt dem anderen. Pink ist nicht für jedermann die geeignete Tapetenfarbe, Blau macht auf manche einen zu kühlen Eindruck und Rot empfinden nicht alle als die Farbe der Liebe. Der Anblick einer Farbe löst beim Menschen zwar individuelle Empfindungen aus, dennoch gibt es allgemeine Vorstellungen über den Charakter einer Farbe. So beschreibt Bridget Bodoano Rot beispielsweise in ihrem Buch als anregend, heiss, leidenschaftlich, bedrohlich und gefährlich, Blau als kühl, rein, sauber, kalt schwermütig und bedrückend und Rosa als zart, beruhigend, feminin, romantisch, witzig, kitschig. Diese generelle Farbcharakterisierung hilft, einem Raum einen bestimmten Ausdruck zu verleihen.
Sich inspirieren lassen
Die Farbwahl für die eigenen vier Wände sollte weder voreilig aus dem Bauch heraus getroffen noch dem Zufall überlassen werden. Es gilt herauszufinden, was man mag und was zu einem passt, um mit diesen Informationen eine Farbpalette für die bevorstehenden Änderungen im Wohnbereich zusammenzustellen.
Für die eigene Farbpalette kann man sich von allem möglichen inspirieren lassen – und man sollte davon einen Ideenfundus anlegen. Wer keine eigenen Ideen hat, kann sich von Bildern, Schmuck, Kleidern oder Möbeln beflügeln lassen. Häufig findet man auch bei Alltagsgegenständen wie der Himbeer-Konfitüre auf dem Frühstückstisch oder dem karminroten Lampenschirm aus Grossmutters Zeiten weitere Farben. David Oliver erklärt in seinem Buch «Farbe und Raum», dass er sich in seiner Farbwahl von vier Kategorien beeinflussen lässt: der historischen Architektur und Design, der Welt von Kunst und Film, der Natur sowie den Produkten aus dem Alltag. Die Quellen der Inspiration sind endlos, lassen sich aber nicht immer umsetzen.
Jedem Raum seine Farbe
Nachdem man Anregungen gesucht und Ideen sowie Material zusammengetragen hat, kann man die Farbgebung planen. Dabei stellt sich zuerst eine wichtige Frage: Soll jeder einzelne Raum einen eigenen Charakter erhalten oder sollen alle Räume einheitlich gestaltet werden? In einer Wohnung kann jedes Zimmer eine andere Hauptfarbe aufweisen, die Bezüge untereinander können mittels gleichen Akzentfarben und Mustern hergestellt werden. Wiederholt sich die Hauptfarbe jedoch in den einzelnen Räumen, erzeugt sie eine Art Rhythmus, der den Takt des gesamten Heims angibt.
Für die Gestaltung eines Raums muss man sich fragen: Wie oft wird dieser Raum genutzt, wer benutzt ihn und was tut man in diesem Raum? Je nachdem, ob es sich um ein Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Badezimmer handelt, braucht es andere Farben. Ein Raum, der von mehreren Personen mitbenützt wird, sollte nicht nur die Lieblingsfarben einer einzigen Person enthalten. Räume, in denen gearbeitet wird, dürfen mehr Pep und Schwung aufweisen als beispielsweise Schlafzimmer, die eine entspannende Atmosphäre ausstrahlen sollten.
Bei der Kombination von Farben ist darauf zu achten, dass unter anderem die Farben sich selbst nicht konkurrenzieren und immer eine Hauptfarbe dominiert, die durch Akzentfarben aufgelockert wird. Auch optische Effekte sollten mitberücksichtigt werden. Treffen knalliges Rot und Grün aufeinander, kann dies ein eigentümliches Flimmern beim Betrachter erzeugen. Orange wirkt auf rotem Hintergrund gelblich und auf gelbem Hintergrund rötlich. Je nach gewählter Farbe kann ein Raum einen wärmeren oder kälteren Eindruck hinterlassen sowie grösser oder kleiner erscheinen.
Bei so vielen Kombinations-, Deckkraft- und Farbtonmöglichkeiten mit dem heutigen Angebot an Farben darf nicht aus den Augen gelassen werden, dass die Innenraumfarbwahl eine sehr persönliche Angelegenheit ist und die schönsten Interieurs ein Spiegel der Persönlichkeiten und Leidenschaften der Bewohner sind.
Der feine Unterschied
Für Interior Designer und Liebhaber von ganz speziellen Farben ist «Farrow & Ball» beispielsweise so etwas wie Manolo Blahnik für Schuh-Aficionados. In Südengland werden die qualitativ hochwertigen Interiorfarben und -tapeten gefertigt. Die Zürcher Traditionsfirma Malermeister Christian Schmidt ist eine der exklusiven Verarbeiter in der Schweiz.
Das englische Unternehmen ist das einzige auf der Welt, welches auch heute noch eine vollständige Palette qualitativ hochwertiger traditioneller und moderner Farben und Lacke herstellt. Unter Verwendung von echten Farben und klassischen Drucktechniken werden Tapeten von beeindruckender Schönheit kreiert. Die Farbkarten allein sind schon eindrücklich: ein schmuckes Leporello mit über 132 Farben, jede einzeln in Originalfarbe aufgetragen. Die Farben haben alle eigenwillige Namen wie «Folly Green» oder «Cat’s Paw». In England haben Farben und Tapeten seit Jahrhunderten eine ganz besondere Bedeutung. Farbe ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes eines Hauses, die Grenzen zwischen Architektur und Interior Design sind fliessend. Neben den Wänden werden auch die Innenausbauten und der Bodenbelag in das Farbkonzept miteinbezogen. In der Tapetenmanufaktur «Farrow & Ball» werden die grundierten, robusten Tapetenbahnen mit Rapporten und Mustern bedruckt. Hier findet auch der kunsthandwerkliche Look seine Erklärung. Bürstenstriche suggerieren die von Hand gestrichene Grundfarbe, jede Druckplatte wird nach einem Durchlauf von Hand gewaschen, jede fertige Tapetenrolle von Hand verpackt und mit einer Etikette zugeklebt. «Die handgemachten Tapeten aus England mit ihren traditionellen Mustern erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit», erklärt Armin Balmer, Leiter Kundenprojekte des 150-jährigen Traditionsbetriebs Christian Schmidt Malermeister aus Zürich. «In der Schweiz ist der Trend zu beobachten, dass Farbe als Schmuckstück an einer Wand verwendet wird. Eine einzelne Wand wird mit Farbe versehen und wird so zum Blickfang des Raumes. Der – im Vergleich zu anderen Marken – wesentlich höhere Pigmentanteil der Rezepturen verleiht den Farben eine besondere Intensität und Tiefe», so Balmer weiter. Die weltweit berühmten Farben und Lacke von «Farrow & Ball» sind das Ergebnis einer Kombination bester Rohstoffe mit dem Jahrhunderte alten Fachwissen der Tapetenmanufaktur. In der Schweiz werden die exklusiven Farben und Tapeten sehr oft in älteren Häusern und Villen in der Zürichsee-Gegend verarbeitet.
Vielfältig wie das Leben
Die a1-Industrieböden AG und Barbara Wespi Mages haben die Werkstatt 11 ins Leben gerufen, um aus der Synergie von industriellem Handwerk und gestalterischem Kunstwerk Neues zu kreieren. Man gestaltet fugenlose, mineralische und antiallergene Wand- und Bodenbeläge in allen Farbtönen und mit überraschenden Oberflächenstrukturen für Privaträume. Diese raumprägenden monolithischen Flächen werden von Hand geschaffen. Es sind immer Unikate. Seidenfein. Sie verleihen den Räumen eine einzigartige Patina.
Bilderbogen

- Farbe hält Einzug in den Lebensraum. Tiefe, lebendige oder zarte Farben, gewagte Kombinationen, ausgefallene Farbakzente oder dezente Nuancen sorgen für sonnige Leichtigkeit im Badezimmer.

- Mit einem individuell gestalteten Boden, setzt man den Raum und die Einrichtung gekonnt in Szene. Aber der Boden muss auch strapazierfähig, einfach zu reinigen und belastbar sein. Von der dezenten Eleganz bis zur modernen Industrieoptik, ob gegossen oder gespachtelt, matt oder klar – aus zementartigem Werkstoff entsteht eine glatte, seidenfeine und vor allem fusswarme Oberfläche. In dem gewünschten Farbton.

- Gestaltete Wände wirken sinnlich oder spektakulär. Farben und Oberflächenstrukturen lassen Sie den Raum bewusst erleben. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind grenzenlos.

- Das Muster basiert auf einer Kreation von James Leman aus dem 18. JahrhunderDie erbsengrüne Wand passt zu den goldigen Bilderrahmen und Sesseln.

- Die erbsengrüne Wand passt zu den goldigen Bilderrahmen und Sesseln.

- Für Interior Designer und Liebhaber von speziellen Farben ist «Farrow & Ball» so etwas wie Manolo Blahnik für Schuh-Aficionados. Die Zürcher Traditionsfirma Malermeister Christian Schmidt ist eine der exklusiven Verarbeiter in der Schweiz.



