
- Nach Kapstadt und Sri Lanka geht es mit dem Airbus A 330-300.

- Karl Kistler ist nicht nur CEO der «Airline mit der roten Nase», er sitzt auch selbst im Cockpit.

- Das Motto von Edelweiss Air heisst «Schöner fliegen». – Ein Versprechen an die Gäste.
«Eigentlich gehört der Mensch nicht in die Luft»
Schöner Fliegen. Im Zeitalter der Low-Cost-Airlines setzt die Edelweiss Air auf Qualität und Exklusivität. Mit Erfolg, wie die Umsätze und die vielfachen Auszeichnungen zeigen. attika sprach mit Karl Kistler, CEO und Pilot von Edelweiss.
Von Urs Huebscher
Seit 2008 gehört die Edelweiss Air der Lufthansa-Gruppe. In diesen vier Jahren hat sich die Airline von einer klassischen Charterfluggesellschaft zu einer modernen Leisure Airline gewandelt. Fast alle Destinationen werden im Codeshare mit Swiss angeflogen, wodurch Edelweiss auch als Linienfluggesellschaft operiert. Durch den Ausbau der Flotte mit dem Airbus A330-300 konnte die Airline ihr Angebot laufend ausbauen. So hat man derzeit gleich zwei Langstreckenflugzeuge im Einsatz. Diesen Winter wurde neu Kapstadt zweimal wöchentlich bedient und Sri Lanka wurde wieder ins Angebot aufgenommen. Gleich zwei Rotationen sind nach Phuket unterwegs und Mauritius wird noch bis Mai nonstop am Sonntag angeflogen.
attika: Herr Kistler, wie lassen sich Ihre beiden Funktionen bei Edelweiss vereinbaren?
Karl Kistler: Fliegen bringt mich an die Front, zu den Mitarbeitenden und, ganz wichtig, zu den Kunden. Diese Nähe zum Geschehen macht uns schnell und effizient. Und ich fliege natürlich sehr gerne, es ist ein anspruchsvoller und faszinierender Job.
Edelweiss Air wächst. Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsrezept der Airline?
Seit Beginn verbindet Edelweiss Air höchste Zuverlässigkeit mit Pünktlichkeit, Freundlichkeit und dem bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir denken zuerst an die Kunden. Wenn es Probleme gibt, versuchen wir das zu Gunsten des Kunden zu lösen, auch wenn das für uns oft die teurere Lösung ist. Es ist ein zentrales Anliegen, die Kunden stets mit einem «Little Extra» zu verwöhnen und ihre Erwartungen zu übertreffen.
Haben Sie dank diesem überdurchschnittlichen Engagement 2011 wieder den «Travel Star» gewonnen?
Diese Auszeichnung hat uns sehr gefreut und bestätigt uns in unserer Marschrichtung. Insbesondere, weil wir den Travel Star schon zum elften Mal in Folge entgegennehmen durften.
Edelweiss Air setzt also auf Qualität. Rentiert das im Zeitalter der Low-Cost-Carrier?
Unser Geschäftsmodell ist ein anderes als das der Billigflieger. Denn eigentlich gehört der Mensch nicht in die Luft. Fliegen ist etwas Spezielles und sollte es auch bleiben. Und das wird mit dem ganzen Low-Cost-Trend viel zu wenig wertgeschätzt. Der Kunde ist definitiv bereit, für gute Qualität mehr zu bezahlen. Wenn er zehn Stunden auf 10 000 Metern Höhe in einer Röhre sitzt, ist es wichtig, dass er sich sicher und wohl fühlt. Diesen Auftrag nehmen wir uns zu Herzen.
Ist die Edelweiss Air so etwas wie der «Ferienflieger» der Swiss?
Wir sind eine Schwester der Swiss und Spezialist im Ferienbereich mit einem breiten Flugangebot in die Karibik oder anderen Traumdestinationen auf den griechischen Inseln, den Malediven, in Ägypten, Phuket, Orlando oder Malediven. Daneben konzentrieren wir uns auch auf einen anderen Geschäftsbereich, den Bereich des sogenannten ethnischen Verkehrs. Wir fliegen in den Balkan, beispielsweise nach Skopje oder Pristina, aber auch nach Beirut. Die Schweiz hat viele Emigranten aus diesen Ländern, die zunehmend ihre Heimat besuchen.
Von Edelweiss Air hört man nie Schlechtes. Sie scheinen gut mit den gesteigerten Sicherheitsanforderungen umzugehen.
Sicherheit steht bei uns an erster Stelle, wir haben hohe Ansprüche. Zwei Mitarbeiter sind ausschliesslich für die Kontrolle der Flotte zuständig. Ausserdem nehmen wir einen überdurchschnittlichen Aufwand für Ausbildung und Training unseres Personals in Kauf und erfüllen nicht nur die gesetzlichen Mindestanforderungen. Wir haben eine strenge Fehlerkultur. Fehler sind menschlich, aber man muss daraus lernen können. Wir geben eine zweite, aber keine dritte Chance.
Was bedeutet die Verknüpfung der Airline mit der Schweiz?
Edelweiss Air ist zu einer bekannten Marke mit hohem Erkennungswert herangewachsen. Ich habe gemerkt, dass die Leute auch im Ausland Edelweiss Air als «die mit der roten Nase» kennen. Ich staune manchmal, was für eine Bekanntheit unsere Bemalung hat. Unsere Flugzeuge gehören wahrscheinlich zu den meist fotografierten. Im Ausland tönt der Name «Edelweiss» exotisch und wird mit Schweizer Qualität in Verbindung gebracht.
Was wird es 2012 Neues geben?
Im Sommerflugplan werden wir auf der Mittelstrecke neu Funchal, Alicante und Dubrovnik anfliegen. Auf der Langstrecke wird neu dreimal wöchentlich Kanada (Vancouver und Calgary) angeflogen. Neu fliegen wir auch zweimal nach Tampa, Florida. Alle anderen Destinationen bleiben unverändert im Programm. Im Mai nehmen wir ein weiteres Flugzeug in unsere Flotte auf. Wir übernehmen einen weiteren Airbus A 320 von der Swiss. Damit verfügen wir über sechs Flugzeuge mit einem Angebot von 1289 Plätzen. Weiter haben wir eine neue Website lanciert mit einem neuen, benutzerfreundlichen Reservierungssystem. Dies markiert unseren Eintritt in den Direktkundenmarkt. Kunden können nun über
www.edelweissair.ch unsere Tickets beziehen.



