Gartentrends 2011

 

attika hat zwei ausgewiesene Fachpersonen zu einem Gespräch über die aktuellen Trends im Garten eingeladen: Patrik Trüb, Inhaber der Trüb für Grün AG in Horgen, und Bernhard Schmid, Geschäftsführer des Bacher Gartencenters AG in Langnau am Albis.

 

 

Interview: Urs Huebscher

 

attika: Welche Bedeutung hat der Outdoor-Bereich heute für den Hausbesitzer?

Patrik Trüb: Der Garten wird heute als ein weiteres Zimmer der Wohnung respektive des Hauses betrachtet und wird auch wie ein Wohnraum ausgestattet, mit Möbeln und Accessoires.

Bernhard Schmid: Der Outdoor-Bereich hat in den letzten Jahren ganz klar an Bedeutung gewonnen. Er wird zum erweiterten oder grünen Wohnzimmer.

 

Wohin geht der Trend in diesem Jahr? Welche Gartenmöbel, welche Gefässe, welche Bepflanzung ist 2011 «in»?

Patrik Trüb: Nachdem in den letzten Jahren viele Holzbeläge eingesetzt wurden, wird neu der Kunstrasen Einzug halten. Er ist ein funktionelles und ästhetisch ausgereiftes Produkt, welches viele neue Kunden begeistert.

Bernhard Schmid: Bei den Gartenmöbeln dominieren Edelstahl und Aluminium. Vor allem Edelstahlmöbel in Kombination mit Teakholz ergeben eine sehr moderne Mischung. Im Kommen sind Aluminiummöbel weiss und schwarz eloxiert, die perfekt in den modernen Wohnstil passen. Anthrazit ist nun die dominierende Farbe bei den Gefässen.

 

Eine Zeit lang sah man vermehrt Feng-Shui- und modern-minimalistische Gärten. Was ist heute davon noch Thema?

Patrik Trüb: Diese Themen werden individuell je nach ­Kundenwunsch einbezogen. Sie beeinflussen die Gartengestaltung, werden aber dem Gesamtbild untergeordnet. Der Garten muss überzeugen, unabhängig von seiner Entstehungsidee.

Bernhard Schmid: Feng Shui ist nach wie vor ein Thema. Ein gut gestalteter Garten, der auf den Betrachter harmonisch wirkt, enthält automatisch viele Elemente von Feng Shui. Schlussendlich zählt, dass sich der Kunde in seinem Garten wohl fühlt.

 

Was für Tipps können Sie jemandem geben, der seinen Garten – ohne gleich eine Rundum-Veränderung vorzunehmen – verschönern möchte?

Patrik Trüb: Oftmals wurden früher zu viele verschiedene Pflanzen und Elemente verwendet. Daher muss ein bestehender Garten analysiert und danach auf die wichtigsten Elemente reduziert werden.

Bernhard Schmid: Das ist situationsabhängig. Am besten, man fängt mit der Ecke an, die man am meisten benutzt. Ein neuer Sitzplatz kann beispielsweise schon sehr viel verändern, oder wenn man zu grosse Bäume entfernt und dem Garten wieder Luft gibt.

 

Wird Material und Farbe bevorzugt, die sich in die Natur einfügen, oder die Kontraste bilden?

Patrik Trüb: Generell wird eine harmonische, diskrete Farbwahl von uns angestrebt, womit der Gartenraum ruhiger wirkt. Nur einzelne Elemente dürfen einen Kontrast zur Umgebung bilden.

Bernhard Schmid: Im Moment sind zwei gegenläufige Trends zu beobachten. Auf der einen Seite wird das Formale immer wichtiger, zum anderen gibt es einen Gegentrend zurück zum Natürlichen. Teilweise vermischen sich dann die beiden Strömungen.

 

Ist der Garten nur etwas für Frühlings- und Sommertage?

Patrik Trüb: Das Erscheinungsbild des Gartens im Winter wird immer wichtiger, weil er auch oftmals beleuchtet wird. Gräser- und Staudenpflanzen sind sehr wichtige Gestaltungspflanzen, da sie das Erscheinungsbild im Winter prägen.

Bernhard Schmid: Ein gut gestalteter Garten bietet das ganze Jahr seine Reize. Insbesondere wenn er als erweiterter Wohnraum geplant wurde, kann man im Winter von Drinnen beobachten, wie Schnee und Frost Gräser und Pflanzen verändern oder auch eine Beleuchtung kann im Winter spannende Akzente setzen.

 

Haben Sie einen Tipp für Grossstädter, wie aus einem Balkon eine kleine Idylle werden kann?

Patrik Trüb: Ein Balkon ist zu klein für eine konzeptionelle Gestaltung. Mit einem Holzrost oder Teppich und verschiedenen, bepflanzten Töpfen wird die erwünschte Idylle erreicht.

Bernhard Schmid: Ja, da gibt es viele Möglichkeiten, beispielsweise mit attraktiv bepflanzten Gefässen, einem schönen Holzbelag und einem bequemen Sessel kann man schon sehr viel erreichen und wenn man eine automatische Bewässerung installiert, hält sich der Pflegeaufwand auch in Grenzen.

 

Woher holen Sie sich Ihre Ideen?

Patrik Trüb: Ich lasse mich vom Ort inspirieren und versuche, mit einfachen Elementen einen Gartenraum zu gestalten. Jeder Garten ist einzigartig und kann daher nicht kopiert werden. Die Ideen entstehen vor Ort.

Bernhard Schmid: Mit offenen Augen durchs Leben gehen und ab und zu auch über die Grenze schauen.  

 

www.bacher-gartencenter.ch

www.trueb-ag.ch