Martin Loosli, Leiter Produktmanagement Finanzierungen, Zürcher Kantonalbank

Klimafreundliches Bauen und Renovieren – ein nachhaltiger Trend

 

Laut einer Studie der Zürcher Kantonalbank hat sich die Anzahl der ­Minergie-Gebäude in der Schweiz während den letzten fünf Jahren verdreifacht. Insgesamt ist im Schweizer Immobilienmarkt ein Trend zu stärkerer Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten festzustellen. So ­spielen Nachhaltigkeitsmerkmale bei Kauf- und Mietentscheidungen gemäss einer Unternehmensbefragung nach dem Preis die zweitwichtigste Rolle. 

 

 

Minergie-Boom in Winterthur und Zürich

Minergie ist in den Städten Zürich und Winterthur zur Regel geworden. In Zürich wurde im Schnitt der letzten fünf Jahre ein beeindruckendes Drittel aller Neubauten im Minergie-Standard erstellt. In Winterthur sind es rund 15 Prozent. Dies hat u.a. damit zu tun, dass die Bereitschaft der Mieter gestiegen ist, für energetisch optimalen Wohnraum einen Aufschlag zu bezahlen. Zwar geht die höhere Nettomiete mit tieferen Nebenkosten einher, dennoch bleiben die Bruttomieten unter dem Strich teurer als für konventionellen Wohnraum. Dafür lässt sich ein höherer Wohnkomfort beanspruchen.

 

Nachholbedarf bei Sanierungen

Während bei Neubauten eine nachhaltige Bauweise immer selbstverständlicher wird, besteht bei Sanierungen nach wie vor grosser Nachholbedarf. Fast 70 Prozent der Gebäude in der Schweiz wurden vor 1980 und beinahe die Hälfte vor dem ersten Ölschock im Jahre 1973 errichtet. Ein Grossteil dieser älteren Bauten verbraucht durch schlecht oder nicht isolierte Fassaden, Fenster und Dächer unverhältnismässig viel Energie. Energetische Modernisierungen solcher Immobilien haben nicht nur ökologische Auswirkungen, sondern ermöglichen auch bedeutende finanzielle Einsparungen durch reduzierte Heizkosten. Ausserdem werden Zusatzinvestitionen für eine energetische Sanierung vom Immobilienmarkt honoriert. Gemäss einer Studie der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank erzielen beispielsweise Minergie-Einfamilienhäuser einen höheren Verkaufspreis als vergleichbare konventionelle Gebäude an identischer Lage. Für ein solches Objekt werden 7 Prozent mehr bezahlt, bei Stockwerkeigentum sind es 3,5 Prozent.  

 

Vergünstigungen und Förderbeiträge

Unmittelbar profitieren können Eigentümer von den steuerlichen Vorteilen energetischer Investitionen. Diese lassen sich als werterhaltende Renovationen vom steuerbaren Einkommen abziehen. Darunter fallen Kosten zur Erlangung des Minergie-Standards sowie Einzelinvestitionen zur Verminderung von Energieverlusten an Fassade, Fenstern, Böden und Decken. Abzugsberechtigt ist zudem der Ersatz bisheriger Wärmeerzeuger durch umweltfreundliche Alternativen wie Wärmepumpen und Sonnenkollektoren. Nebst den Steuerersparnissen gibt es für umweltfreundliche Renovations- und Neubauprojekte diverse Förderbeiträge der öffentlichen Hand. Hinzu kommen attraktive Zinsvergünstigungen und massgeschneiderte Hypothekarlösungen verschiedener Banken. 

Einen Überblick über energetische Sanierungsmassnahmen ermöglicht das für den Kanton Zürich lancierte Programm von Energie Zukunft Schweiz «Jetzt – energetisch modernisieren». Partner sind die Kantonale Baudirektion, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), der Hauseigentümerverband Kanton Zürich (HEV), WWF Schweiz und die Zürcher Kantonalbank. Das Programm richtet sich primär an private Eigentümer von kleineren Wohnbauten. An unverbindlichen Informationsveranstaltungen in diversen Gemeinden wird über verschiedenste Aspekte der energetischen Modernisierung von Wohngebäuden informiert. Weitere Inhalte sind die Finanzierungsvarianten, die kantonalen und lokalen Förderprogramme und steuerliche Aspekte. Eigenheimbesitzer haben ausserdem die Möglichkeit, eine vergünstigte individuelle Heizungs- und/oder Gebäudeenergieberatung anzufordern.  

 

 

Tipps

Nützliche Links

• Programm «Jetzt – energetisch ­modernisieren»  

www.energetisch-modernisieren.ch

• Das Gebäudeprogramm

www.dasgebaeudeprogramm.ch

• MINERGIE

www.minergie.ch

• GEAK: Gebäudeausweis der Kantone

www.geak.ch

 

 

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