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«Die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte hat dazu beigetragen, dass Zürich heute so weltoffen und vielfältig ist.»

Die andere Miss Zürich

Seit Mai 2009 lenkt sie die Geschicke des Stadtrates. Der Jahreswechsel gibt Anlass mit der Stadtpräsidentin Corine Mauch aufs Jahr 2011 zurückzublicken und zu spekulieren, was 2012 für Zürich bringen mag.

Von Stine Wetzel

attika: Frau Mauch, wir stehen am Anfang des neuen Jahres. Zeit für ­einen Rückblick. Wie war denn Ihr Jahr 2011 als Stadtpräsidentin?Corine Mauch: 2011 war ein intensives Jahr und wir haben ei­niges erreicht. Es freut mich, dass die Zürcherinnen und Zürcher laut der Bevölkerungsbefragung 2011 weiterhin gerne in der Stadt ­leben und wir auch in­ternational ausgezeichnet positioniert sind. Ein Höhepunkt des letzen Jahres war die Einladung an alle über 70-jährigen Zugewanderten aus Italien und Spanien ins Stadthaus. Sie haben durch ihre Arbeit und ihre Kultur unseren Alltag verändert und in den letzen 40 Jahren dazu beigetragen, dass Zürich heute so weltoffen und vielfältig ist. Dafür gebührt ihnen  – stellvertretend für alle ehemaligen Gastarbeitenden – grosser Dank. Kommen wir zu Ihren persönlichen Höhen und Tiefen. Sie sagten mal, es gäbe täglich Momente, in denen Sie die Wahl zur Stadtpräsidentin ­bereuen. Warum?Ich war immer und bin weiterhin sehr gerne Stadtpräsidentin von Zürich. Damals wurde eine Äusserung von mir aus dem Zusammenhang gerissen. Auch wenn mein Amt tatsächlich einen hohen Einsatz verlangt und ich kaum mehr frei über meine Termine verfügen kann, ist es schlicht eine grossartige Aufgabe.Was macht Ihr Amt genau zu dieser «grossartigen Aufgabe»?Die enorme Vielfalt meiner Tätigkeiten. Ich habe jeden Tag mit den unterschiedlichsten Menschen und spannenden, anspruchsvollen Themen zu tun. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat trage ich die politische Verantwortung für das Wohlergehen und die Weiterentwicklung unserer Stadt. Was wünschen Sie sich und Zürich für 2012?Zürich ist eine offene Stadt mit einer aussergewöhnlichen Lebensqualität und einem guten sozialpolitischen Zusammenhalt. Diese Vielfalt und Solidarität wollen wir erhalten. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Wir haben die ­Auswirkungen der Finanzkrise bislang sehr gut bewältigt. Dennoch warten auch grosse Her­ausforderungen auf uns. Als wachsende Stadt müssen wir die Menschen in die teilweise schnelle Entwicklung aktiv mit einbeziehen. Was werden denn die wichtigsten Projekte in diesem Jahr sein?Da gibt es eine ganze Reihe. Wir werden aller ­Voraussicht nach über die Kunsthaus-Erweiterung abstimmen können. Es steht die Eröffnung des Kunstareals Löwen­bräu an und wir wollen beim Thema Kongresszentrum vorwärts gehen. Zürich wird sich während den Olym­pischen Spielen in London präsentieren. Und dann arbeiten wir mit Hoch­druck an wichtigen längerfristigen Zielen wie der weiteren ­Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft. Ich bin sicher, dass auch das neue Jahr noch die eine oder andere unerwartete Überraschung mit sich bringen wird.